„Rund 70 Asylbewerbern muss Dagersheim Obdach bieten – ob es will oder nicht.“ So lautet die Kernaussage des Meinungsbeitrages in der Kreiszeitung Böblinger Bote zur geplanten Unterbringung von Asylbewerbern in Dagersheim.

„Ob es will oder nicht“ – mehr muss eigentlich nicht gesagt werden. Wieder wird eine Entscheidung gefällt, ohne die Bürger vorher zu fragen. Wollen die Dagersheimer 70 Asylbwerber aufnehmen? Werden die Bedenken derjenigen, die dagegen sind, überhaupt ernst genommen? Wie steht es um die Sicherheit der Bürger? Wie soll sich das Zusammenleben gestalten?

Offensichtlich sieht ein Teil der Bürgerschaft sich nicht wahrgenommen, nicht ernstgenommen. Die Kreiszeitung Böblinger Bote kritisiert ein anonymes Flugblatt, das im Ort kursiert. Darin werden erhebliche Bedenken gegen die Aufnahme von 70 Asylbewerbern geäußert. Doch selbst dem Kommentator der Zeitung fällt nichts besseres ein, als die Initiatoren des kritischen Flugblatts anzugreifen, zu stigmatisieren.

Dabei sind gerade jetzt andere Fragen wichtig: Warum herrscht bei uns ein politisches Klima, in dem die Gegner und Kritiker des Dagersheimers Asylplans es vorziehen müssen, anonym zu bleiben? Warum ist offensichtlich keine offene Aussprache bei solchen wichtigen Themen mehr möglich? Warum müssen die Kritiker von Merkels Asylpolitik nach wie vor befürchten, Nachteile zu erleiden, wenn sie sich outen?

Worum geht es den Kritikern? Ihnen geht es um ihre Sicherheit, und es geht um die Sicherheit ihrer Kinder, ihrer Familien. Viele werden sich fragen: Wie wird das Leben in Dagersheim künftig sein?

Muss man sich darüber wundern? Gerade nach der jüngsten Massenvergewaltigung in Freiburg, wo nach Medienangaben acht (!) Männer, darunter sieben Migranten, über eine wehrlose junge Frau hergefallen sein sollen, sind die Bedenken der Asylheim-Gegner berechtigt und verdienen eine offene Diskussion ohne ideologische Scheuklappen.

Es geht um unsere Heimat, unsere Sicherheit, unsere Zukunft. Als Abgeordneter im Deutschen Bundestag aus dem Kreis Böblingen fühle ich mich unserer gemeinsamen Heimat verpflichtet.

Die Vorgehensweise um die Unterbringung der 70 Asylbewerber in Dagersheim ist alles andere als akzeptabel. Es wird über die Köpfe der Bürger hinwegentschieden. Kritiker werden in die Anonymität gedrängt. Wenn bereits in den Kommunen ein solches Klima herrscht, müssen wir uns als Demokraten alarmiert fühlen.

Ich sage: Dagersheim muss das Recht bekommen, selbst zu entscheiden. Für solch wichtige politische Weichenstellungen müssen die Bürger gehört, befragt werden. Eine offene Debatte muss ermöglicht werden. Ohne Wenn und Aber. Die Ängste und Sorgen derjenigen, die mit dem Asylplan nicht einverstanden sind, verdienen es, gehört, ernstgenommen und diskutiert zu werden.

Die Behörden müssen eine Bürgerbefragung organisieren. Ohne Angst vor Konsequenzen sollen auch die Kritiker der Asylunterbringung die Möglichkeit bekommen, dass ihre Stimme hörbar wird. Damit setzen wir ein Zeichen: Für Bürgernähe, für Demokratie, für Mitbestimmung.